Korrosionsschutz von Bewährung oder Stahlteilen

Instandsetzungsprinzipien:

Um die Anforderungen an die Qualität von Betoninstandsetzungsmaßnahmen zu erfüllen, wurden verbindliche Regelwerke eingeführt. Für den Schutz und die Instandsetzung von Betonbauteilen gilt in Deutschland die DAfStB-Richtlinie (Instandsetzungsrichtlinie Ausgabe Oktober 2001), nachdem sie bauaufsichtlich in die Landesbauordnungen eingeführt wurde. Die Instandsetzungsrichtlinie definiert verschiedene Grundsatzlösungen für Betoninstandsetzungsmaßnahmen:

  • Korrosionsschutz durch Wiederherstellung des alkalischen Milieus (Instandsetzungsprinzip R)
  • Korrosionsschutz durch Begrenzung des Wassergehaltes im Beton (Instandsetzungsprinzip W)
  • Korrosionsschutz durch Beschichtung der Bewehrung
    (Instandsetzungsprinzip C)
  • Kathodischer Korrosionsschutz (Instandsetzungsprinzip K)

Das Instandsetzungsprinzip R hat zum Ziel, die Passivschicht auf der Betonstahloberfläche durch zementgebundene Stoffe wiederherzustellen. Unterschieden wird das Instandsetzungsprinzip nach den Verfahren R1 (Realkalisierung mit alkalischem Beton in flächigem Auftrag) und R2 (gezielte Ausbesserung mit alkalischem Beton).

Das Instandsetzungsprinzip W (Korrosionsschutz durch Begrenzung des Wassergehaltes im Beton) beruht darauf, dass neben der örtlichen Ausbesserung mit alkalischen Mörteln ein zusätzliches Oberflächenschutzsystem als Beschichtung eingesetzt wird. Durch diese Maßnahme wird der Wassergehalt im Beton reduziert und ein Fortschreiten der Korrosion behindert. Anforderungen an die Mindestbetonüberdeckung bestehen bei der Anwendung dieses Instandsetzungsprinzips nicht.

Bei dem Instandsetzungsprinzip C wird die Bewehrung beschichtet, um die anodische Auflösungen der Stahloberfläche zu verhindern. Dieses Prinzip findet seine Anwendung, wenn keine dauerhafte Repassivierung durch Instandsetzungsmörtel sichergestellt werden kann oder die Betondeckung nach der Instandsetzung unter 10 mm beträgt.

Bei dem Instandsetzungsprinzip K wird die Bewehrung über Inert- Anoden mit Fremdstrom beaufschlagt. Alternativ werden im Bauteil auch Opferanoden angeordnet. Durch diese Maßnahmen wird erreicht, dass die gesamte Bewehrung kathodisch wirkt und dadurch die Korrosion verhindert.

Eine Kombination aus Grundsatzlösungsprinzipien und Instandsetzungsprinzipien ist möglich, jedoch ist darauf zu achten, dass mindestens ein Instandsetzungsprinzip vollständig ausgeführt wird. Bei Sanierungen von Betonbauteilen wird jedoch meist eine Kombination aus den Instandsetzungsprinzipien R und W durchgeführt.